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Antifa
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Antifa (Kopfwort von Antifaschismus) wird von den Wissenschaftlichen Diensten des Deutschen Bundestages als ein âOberbegriff fĂŒr verschiedene, im Regelfall eher locker strukturierte, ephemere autonome Strömungen der linken bis linksextremen Szeneâ definiert.cite-ref-bundestag-1-0[1] Dabei handelt es sich um Ideen und Verhaltensweisen einer sozialen Bewegung ohne Organisationsstruktur, AnfĂŒhrer und Hauptquartier.cite-ref-2[2] Auf lokaler Ebene kann es jedoch Gruppierungen mit festeren Organisationsstrukturen geben.cite-ref-bundestag-1-1[1]
Seit etwa 1980 werden Gruppen und Organisationen als Antifa bezeichnet, die nach eigenem SelbstverstĂ€ndnis Neonazismus, Antisemitismus, Rassismus, völkischen Nationalismus und rechtsgerichteten Geschichtsrevisionismus aktiv bekĂ€mpfen. Sie stellen sich damit in die Tradition des historischen Antifaschismus seit den 1920er Jahren. âBei den von der Antifa durchgefĂŒhrten AktivitĂ€ten handelt es sich unter anderem um Recherchen, AufklĂ€rung sowie Dokumentation und Verbreitung von Informationen ĂŒber rechtsextreme und rechtskonservative Strömungen.âcite-ref-3[3]
Linksextremistische antifaschistische Gruppen verstehen bzw. verstanden Faschismus im Anschluss an die neomarxistische Kritische Theorie als besondere Form des Kapitalismus und Antifaschismus daher als Teil eines revolutionĂ€ren Kampfes zur Ăberwindung jeder Klassengesellschaft. Gleichwohl können sie situativ BĂŒndnisse mit anderen zivilgesellschaftlichen Gruppen anstreben.cite-ref-4[4]
In der Ăffentlichkeit wird die Antifa als militant wahrgenommen. Um sich von bĂŒrgerlichen und staatstragenden Antifaschisten abzugrenzen, bezeichnen sich manche Antifagruppen als âautonomeâ, âmilitanteâ oder âunabhĂ€ngige Antifaschistenâ.cite-ref-5[5] Die Anwendung und Form von Gewalt wird breit und detailliert diskutiert.cite-ref-6[6]
Das Logo vieler Antifagruppen stammt vom Signet der âAntifaschistischen Aktionâ von 1932, dessen zwei rote Flaggen fĂŒr Sozialismus und Kommunismus standen. Die heute gelĂ€ufige Variante enthĂ€lt eine gröĂere rote Fahne fĂŒr Sozialismus, eine kleinere schwarze fĂŒr Anarchismus. Sie wurde in den 1970er Jahren von der Göttinger Gruppe âKunst und Kampfâ um Bernd Langer entworfen.cite-ref-7[7] In den 1980er Jahren wurde diese Variante zum Standard; seit 1989 zeigen die Fahnenstangen immer nach rechts.cite-ref-8[8]
Gruppen, die sich als âAntifaâ oder âAntifaschistische Aktionâ bezeichnen (oft unter dem Akronym AFA) und dieses Logo oder Ă€hnliche verwenden, gibt es in fast allen Staaten Europas und Nordamerikas. Ihre Organisationsformen und politische Ausrichtung unterscheiden sich jedoch teils erheblich.cite-ref-9[9]
Contents
âą Deutschland
âą 1970er Jahre
âą 1980er Jahre
âą 1990er Jahre
âą 2000er Jahre
âą Seit 2010
âą USA
âą Ungarn
âą Siehe auch
âą Literatur
âą Film
âą Weblinks
âą Einzelnachweise
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Historischer Hintergrund
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Hauptartikel
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Antifaschismus
Mit dem Sammelbegriff âFaschismusâ wurden seit 1922 der Faschismus in Italien, der Nationalsozialismus in Deutschland, der Franquismus in Spanien und weitere nationalistisch-autoritĂ€re Regimes und Bewegungen Europas als vergleichbare und verwandte PhĂ€nomene eingeordnet. Faschismustheorien versuchten sie unterschiedlich zu erklĂ€ren und die Perspektiven eines gemeinsamen Kampfes dagegen zu begrĂŒnden. Als âAntifaschismusâ bezeichnete man die aktive BekĂ€mpfung derartiger KrĂ€fte und Ideologien mit dem Ziel, sie dauerhaft zu ĂŒberwinden. In vielen Staaten wurde diese BekĂ€mpfung zu einem zentralen TĂ€tigkeitsfeld der verschiedenen linken Gruppen und Parteien.cite-ref-10[10]
In der Weimarer Republik forderten viele Linke seit 1923 gemeinsame antifaschistische Aktionen gegen die VerbĂ€nde der völkischen Bewegung und die aufsteigende NSDAP. Nur wenige sahen deren vernichtende Folgen fĂŒr die Demokratie und die Arbeiterbewegung frĂŒhzeitig und zutreffend voraus. Die Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) und die Kommunistische Partei Deutschlands (KPD) grĂŒndeten je eigene antifaschistische KampfbĂŒnde, standen einander aber zugleich programmatisch und in allen wesentlichen Fragen der praktischen Politik feindlich und unversöhnlich gegenĂŒber. Ihre ParteifĂŒhrungen setzten einander wechselseitig mit dem Faschismus gleich. Am 25. Mai 1932 kam es im PreuĂischen Landtag wĂ€hrend einer Rede des kommunistischen Abgeordneten Wilhelm Pieck zu einem Angriff der Nationalsozialisten auf die Kommunisten mit sich anschlieĂender Saalschlacht, bei der mehrere kommunistische wie sozialdemokratische Abgeordnete teils schwer verletzt wurden und die den Abbruch der Sitzung zur Folge hatte.cite-ref-11[11] Die Saalschlacht war Auslöser fĂŒr die GrĂŒndung der Antifaschistischen Aktion durch die KPD.cite-ref-12[12] Bereits einen Tag zuvor forderte Ernst ThĂ€lmann auf einer Sitzung des ZK der KPD eine âgroĂe antifaschistische Aktion in Deutschlandâ.cite-ref-13[13] Diese im Juni 1932 von der KPD ausgerufene antifaschistische Einheitsfront wurde von der SPD abgelehnt und blieb in der Reichstagswahl Juli 1932 weitgehend folgenlos.cite-ref-14[14] Nur auf lokaler und regionaler Ebene kam es zu gemeinsamen antifaschistischen Aktionen, vor allem bei unabhĂ€ngigen oder von SPD und KPD ausgeschlossenen Kommunisten, Sozialdemokraten und Anarchisten.cite-ref-15[15]
Als Antifa wurden auch die Antifaschistischen Lagerkomitees in den sowjetischen Kriegsgefangenenlagern bezeichnet, die von der sowjetischen FĂŒhrung in Koordination mit dem NKFD zur Schulung der Gefangenen und deren Einsatz fĂŒr Propagandazwecke organisiert wurden.cite-ref-16[16] Der Inhalt dieser Propaganda bestand in der Einwirkung mittels Lautsprecheransagen und den Abwurf von FlugblĂ€ttern auf die Stellungen der Wehrmacht mit dem Ziel, Mannschaften und Offiziere zum Ăberlaufen aufzufordern.
Nach dem Zweiten Weltkrieg bildeten ĂŒberlebende Antifaschisten aller politischen Richtungen in den vier Besatzungszonen Hunderte von Antifaschistischen AktionsausschĂŒssen, die die notwendige Entnazifizierung aller deutschen Gesellschaftsbereiche durchfĂŒhren und die Spaltung der Linksparteien ĂŒberwinden wollten. Sie wurden jedoch nach wenigen Monaten von den Alliierten verboten, aufgelöst oder offiziellen Verwaltungsorganen unterstellt. Das Grundgesetz fĂŒr die Bundesrepublik Deutschland ĂŒbernahm zwar das alliierte Verbot aller nazistischen Organisationen, die Bundestagsparteien gaben den antifaschistischen Nachkriegskonsens einer grĂŒndlichen gesellschaftlichen Umgestaltung aber weitgehend auf und ersetzten ihn durch einen parteiĂŒbergreifenden Antikommunismus. Die Deutsche Demokratische Republik (DDR) wiederum definierte sich als antifaschistischer Staat, tabuisierte aber weitgehend das Versagen der KPD vor 1933 und die gesellschaftliche Zustimmung der Bevölkerung zum Nationalsozialismus.
Die westdeutsche AuĂerparlamentarische Opposition (APO) hatte in den 1960er Jahren vielfĂ€ltige KontinuitĂ€ten zur NS-Zeit aufgedeckt, ĂŒber die NS-Vergangenheit von Institutionen und Einzelpersonen aufgeklĂ€rt und antiautoritĂ€re Aktionsformen gegen VorgĂ€nge und Tendenzen entwickelt, die sie als faschistisch betrachtete. Nach dem Attentat auf Rudi Dutschke (11. April 1968) war der SDS in verschiedene K-Gruppen zerfallen. FĂŒr diese war Antifaschismus nur Nebenschauplatz ihrer orthodox-marxistischen Klassenkampf-Konzepte. Auch die etwas spĂ€teren linksterroristischen Gruppen RevolutionĂ€re Zellen, Bewegung 2. Juni und Rote Armee Fraktion fĂŒhrten keine Aktionen gegen Neonazismus durch und schieden als Vorbild fĂŒr die Antifa-Bewegung aus. Diese begann mit spontanen Aktionen der undogmatischen Neuen Linken gegen die NPD, um deren drohenden Einzug in den Bundestag bei der Bundestagswahl 1969 zu verhindern.cite-ref-17[17] Diese neue Antifa-Bewegung steht in keiner organisatorischen KontinuitĂ€t zu KPD, SPD oder anderen Parteien, sondern knĂŒpft an den parteiunabhĂ€ngigen Antifaschismus seit 1923 und die APO der 1960er Jahre an.cite-ref-18[18]
Deutschland
1970er Jahre
Der in Norddeutschland verankerte Kommunistische Bund (KB) entwickelte seit 1971 ein neues Aktionskonzept, das zum Ausgangspunkt der Antifa-Bewegung wurde:
âą Er bildete regionale und lokale Initiativen gegen Neonazi-AufmĂ€rsche, die fĂŒr Antifaschisten aller Art offen waren, aber keine BĂŒndnisse mit anderen Organisationen anstrebten.
âą Er setzte auf militante Aktionsformen, die nicht nur parallele Proteste, sondern auch direkte Konfrontation mit Neonazis und den sie schĂŒtzenden Polizeiaufgeboten einschlossen.
âą Er sammelte und veröffentlichte Informationen ĂŒber Strukturen rechtsradikaler Gruppen, ihre UnterstĂŒtzer und ZusammenhĂ€nge, auch mit staatlichen Behörden.
Mit diesem Konzept knĂŒpfte der KB an Versuche in der Weimarer Republik an, eine âArbeiterjugend von untenâ gegen die SA aufzubauen. 1973 veröffentlichte er Faschismusanalysen der 1920er und 1930er Jahre, um das aktuelle Engagement gegen Neonazis auch theoretisch zu begrĂŒnden.cite-ref-19[19]
Wie alle aus der APO entstandenen K-Gruppen vertrat der KB einen Antiimperialismus und wollte langfristig den weltweiten Kapitalismus stĂŒrzen. Dabei vertrat er jedoch eine pragmatische ârevolutionĂ€re Realpolitikâ, die die eigenen begrenzten Einflussmöglichkeiten berĂŒcksichtigte und dem Eingreifen in tagespolitische Konflikte Vorrang vor dogmatischer Linientreue gab. Die aktuelle Faschismusgefahr sah der KB darin, dass die kapitalistischen Metropolen auf mehrere gleichzeitige antiimperialistische AufstĂ€nde im âTrikontâ mit einer âprĂ€ventiven Konterrevolutionâ reagieren könnten. Zudem vertrat der KB eine âFaschisierungstheseâ: Die Bundesrepublik sei seit der Ermordung Benno Ohnesorgs (durch den West-Berliner Polizisten Karl-Heinz Kurras) bei der Demonstration am 2. Juni 1967 in West-Berlin von einem âpostfaschistischenâ zu einem âprĂ€faschistischenâ Staat geworden. Besonders der Abbau demokratischer Grundrechte im Zuge der staatlichen Antiterror-MaĂnahmen gegen die RAF sei indirekt gegen kĂŒnftige soziale Proteste gerichtet. Antifaschismus mĂŒsse sich daher nicht nur gegen Neonazis, sondern auch gegen die fĂŒr faschistische Ideen und Mittel anfĂ€lligen Teile der Mittelschicht, gegen Fremdenfeindlichkeit und Nationalismus in der Gesellschaftsmitte richten. 1985 versuchte der KB, seine Faschisierungsthese mit einer nichtlinearen Regulationstheorie an neuere Entwicklungen anzupassen: Die Bundesrepublik sei ein fĂŒr die aktuelle Lage des Kapitalismus typischer âprĂ€ventiver Sicherheitsstaatâ. Beide Thesen wurden in der Antifa-Bewegung kritisiert: die erste als unzutreffende Prognose, die zweite, weil sie die besonderen bundesdeutschen KontinuitĂ€ten zum Nationalsozialismus einebne.cite-ref-20[20] Ferner argumentierte der KB: Der Staat dulde die Neonazi-AktivitĂ€ten, um ein âfaschistisches Standbeinâ zu etablieren. Dieses speise sich aus einer âBraunzoneâ, die aus alten Nazis, Neonazis und christlich-konservativen Kreisen bestehe. Diese Sicht fand damals noch wenig Zustimmung.cite-ref-21[21]
1974 grĂŒndete der KB eine zentrale Antifa-Kommission fĂŒr den bundesweiten Kampf gegen organisierte Neonazis und deren Veranstaltungen. Sie betrieb systematische Recherchen zum Aufdecken von Nazistrukturen und wurde damit stilbildend fĂŒr die gesamte spĂ€tere Antifa-Arbeit, besonders die der Autonomen. 1977 zum Beispiel publizierte der KB gesammelte Informationen zur Aktionsfront Nationaler Sozialisten/Nationale Aktivisten (ANS/NA), der ersten Neonazigruppe, die sich offen positiv auf den Nationalsozialismus bezog. Diese Publikation fand ĂŒberregionales Medieninteresse. Mit ihrer Hilfe wurde 1978 die FĂŒhrungsriege der ANS/NA um Michael KĂŒhnen verhaftet; 1983 wurde diese Gruppe verboten.cite-ref-22[22] Auch Vertreter der Extremismus-Theorie des Verfassungsschutzes erkannten die InformationsbroschĂŒren des KB als fundiert an.cite-ref-23[23]
Am 17. Juni 1977 ging der KB mit einigen 1000 Antifaschisten trotz eines Demonstrationsverbots gegen das erste âDeutschlandtreffenâ der NPD (~3000 Teilnehmer) am Frankfurter Rathaus Römer vor. Gegen diesen jĂ€hrlichen Neonaziaufmarsch mobilisierte der KB 1978 rund zehntausend Demonstranten, die erstmals gemeinsam als Schwarzer Block auftraten und den Zielort besetzten. Bei der polizeilichen RĂ€umung wurden einige Teilnehmer schwer verletzt. Gegen den NPD-Aufmarsch vom 17. Juni 1979 organisierte der KB das erste Rock-gegen-Rechts-Konzert. Rund 50.000 Antifaschisten aller Spektren, weit ĂŒber die KB-AnhĂ€ngerschaft hinaus, kamen nach Frankfurt.cite-ref-24[24] Damit integrierte der KB die alternative Kulturszene in die Antifa-Bewegung. Das NPD-Treffen wurde daraufhin verboten.cite-ref-25[25]
1980er Jahre
Seit etwa 1980 verbreitete sich im Anschluss an die italienische Autonomia die Bewegung der Autonomen in vielen westlichen Staaten. GemÀà ihrer antistaatlichen und antikapitalistischen Haltung versuchen sie, selbstbestimmte FreirĂ€ume und Lebensformen zu erkĂ€mpfen und bestehende Ein-Themen-Proteste in Richtung einer gesamtgesellschaftlichen Kritik zu radikalisieren. In der Bundesrepublik engagierten sie sich zunĂ€chst in der Anti-Atomkraft-Bewegung, der Friedensbewegung, im Widerstand gegen die Startbahn West und bei Hausbesetzungen. Weil sie Faschismus als Auswuchs von UnterdrĂŒckung und Konkurrenz in der kapitalistischen Gesellschaftsordnung sahen, vertraten sie einen ârevolutionĂ€ren Antifaschismusâ. Obgleich manche ihrer Parolen (etwa âPolizei SA SSâ) bundesdeutsche Staatsorgane mit denen dem NS-Staat gleichsetzten, zielten ihre Aktionen meist nur auf Neonazis.cite-ref-26[26]
1980 startete die Kommunistische Partei Deutschlands/Marxisten-Leninisten (KPD/ML) die Kampagne Stoppt StrauĂ! gegen die Kanzlerkandidatur von Franz Josef StrauĂ zur Bundestagswahl 1980. Man erinnerte daran, dass StrauĂ die Bundeswehr mit Atomwaffen hatte ausrĂŒsten wollen, den chilenischen MilitĂ€rdiktator Augusto Pinochet unterstĂŒtzt und im Deutschen Herbst 1977 die ErschieĂung der RAF-Gefangenen erwogen hatte. Ăblich waren Anstecker mit der Stopp-StrauĂ-Parole und dem Antifa-Logo. Am 25. August 1980 demonstrierten in Hamburg 15.000 Menschen trotz eines Demonstrationsverbots gegen einen Wahlkampfauftritt von StrauĂ. Olaf Ritzmann (16) wurde auf der Flucht vor einem KnĂŒppeleinsatz der Polizei von einem Zug ĂŒberrollt und starb vier Tage spĂ€ter an seinen schweren Verletzungen.cite-ref-27[27]
Auf Einladung des KB grĂŒndeten am 21. November 1981 in Hannover autonome Antifagruppen aus acht StĂ€dten, die Sozialistische Arbeitergruppe (SAG) und die Volksfront der KPD/ML das Norddeutsche Antifa-Treffen zum regelmĂ€Ăigen Informationsaustausch und Verabreden gemeinsamer Aktionen. Damit trat erstmals eine âautonome Antifaâ als Strömung der radikalen Linken hervor. WĂ€hrend SAG und Volksfront bald ausschieden, stieĂ 1982 die Antifaschistische Aktion Hamburg dazu.cite-ref-28[28] Die Norddeutschen betrieben wie der KB vor allem Recherchen, um Drahtzieher der rechtsextremen Szene, FunktionĂ€re rechter Parteien und Gruppen, ihre Kontakte und Verbindungen aufzudecken und von MitlĂ€ufern zu unterscheiden. Aktionen sollten rechtsextreme Treffen durch Angriffe auf deren Veranstaltungsorte stören oder verhindern. GemÀà der Kritik des KB, man sei nur auf SchlĂ€gereien mit Nazis aus, wollten vor allem die Hamburger Aktionen gegen Nazis mit dem Kampf gegen den âimperialen Herrschaftsapparatâ verbinden, die Zersplitterung der autonomen Gruppen und deren subkulturelle Isolation ĂŒberwinden.cite-ref-29[29]
Obwohl sie Konzepte der bundesdeutschen Erinnerungskultur vielfach kritisierten, nahmen Antifagruppen auch an von anderen Antifaschisten organisierten GroĂdemonstrationen teil. Bei einer DGB-Kundgebung gegen ein Veteranentreffen der SS-Division âTotenkopfâ im Mai 1983 griffen norddeutsche Antifagruppen Mitglieder der ANS/NA an und wurden dann von DGB-Ordnern der knĂŒppelnden Polizei ĂŒberlassen. Im Juni 1983 besetzten sie einen von Neonazis angemieteten Saal in Celle. Bei der polizeilichen RĂ€umung kam es zu gegenseitiger Gewalt. Daraufhin beteiligte sich die Norddeutsche Antifa an ĂŒberregionalen Treffen des DGB und der VVN-BdA, um weitere Demonstrationen gemeinsam vorzubereiten. Im Oktober 1983 demonstrierten rund 2500 Antifaschisten, darunter viele Autonome, gegen den NPD-Parteitag in Bad Fallingbostel, um diesen zu blockieren. Die Autonomen griffen Rechtsextreme und ihre Pkw an und versuchten erfolglos, die Veranstaltungshalle zu stĂŒrmen. Der KB kritisierte dies als ein reaktives Hinterherfahren und Ăberbewerten solcher Nazitreffen und favorisierte ein staatliches NPD-Verbot. Die Autonome Antifa dagegen sah im Setzen auf solche Verbote mangelnde Abgrenzung vom Staat. Infolge dieses Konflikts wurde der KB aus dem Norddeutschen Antifa-BĂŒndnis gedrĂ€ngt. Ăhnliche Debatten fĂŒhrten öfter dazu, dass Autonome und bĂŒrgerliche Antifaschisten sich voneinander trennten.cite-ref-30[30]
Ab 1983 erklĂ€rten einige Antifagruppen das gesamte kapitalistische System in ihren Positionspapieren zum âStaatsfaschismusâ. Um jedem die Teilnahme an ihren Aktionen offenzuhalten, lehnten sie Schusswaffen, militĂ€rische Sprengstoffmittel, MordanschlĂ€ge und eine identifizierbare Organisationsform ab. Sie konnten 1984 keine ideologisch einheitliche militante Kaderorganisation aufbauen. Auch ein feministisches Frauen-Antifa-Treffen lieĂ sich nicht durchsetzen.cite-ref-31[31]
Trotz Ă€hnlicher Themenfelder unterschied sich die autonome Antifa vom PolitikverstĂ€ndnis Ă€lterer K-Gruppen. Ihre direkten Angriffe auf Rechtsextremisten reagierten groĂenteils auf die Skinhead- und Hooligan-Szene der 1980er Jahre, die immer öfter Personen mit âalternativenâ AuĂenmerkmalen angriff und linke Projekte und Treffpunkte bedrohte. Bei autonomen Gegenangriffen kam es immer wieder zu ZusammenstöĂen mit der Polizei. Bei einer Demonstration gegen den NPD-Parteitag am 28. September 1985 wurde GĂŒnter Sare von einem Wasserwerfer ĂŒberrollt und getötet.cite-ref-32[32]
1987 grĂŒndeten Berliner Autonome ein Antifaschistisches Infoblatt und ein Antifaschistisches Pressearchiv und Bildungszentrum Berlin (APABIZ), um ihre Recherchen zur rechtsextremen Szene auszuwerten und allgemein anzubieten.cite-ref-33[33] Das Infoblatt druckte keine Diskussionspapiere und AnschlagserklĂ€rungen ab. Die antiimperialistische Antifa bevorzugte dafĂŒr die in der Bundesrepublik wegen des Abdruckens von Texten der RevolutionĂ€ren Zellen verbotene Zeitschrift radikal, die seit 1984 vom Ausland aus vertrieben wurde. Um dies zu unterbinden, durchsuchten Staatsbehörden 1986/87 Hunderte BuchlĂ€den und Privatwohnungen und leiteten 192 Ermittlungsverfahren ein; fĂŒnf Personen erhielten schlieĂlich BewĂ€hrungsstrafen.cite-ref-34[34] FĂŒr das Enttarnen (Outing) von Neonazis nutzen autonome Antifagruppen seit den 1980er Jahren auch die SzeneblĂ€tter Interim, Die Schwarze Garde, Agitare bene und andere.cite-ref-35[35]
1987 mobilisierte die Norddeutsche Antifa bundesweit aufwĂ€ndig gegen das jĂ€hrliche Herbsttreffen der neonazistischen Wiking-Jugend in Hetendorf. Nach Medienberichten, das Treffen sei abgesagt worden, kamen am 3. Oktober nur rund 400 Autonome nach Hetendorf, die die Polizei stundenlang einkesselte. Das westdeutsche und das sĂŒddeutsche AntifabĂŒndnis lösten sich bald danach wegen persönlicher Konflikte und verschĂ€rfter staatlicher Ăberwachung auf. Bis 1988 verlor die bundesweite Antifa-Koordination ihre HandlungsfĂ€higkeit. Nach (letztlich ergebnislosen) staatlichen Anklagen auf Bildung einer terroristischen Vereinigung gegen vier Hamburger Autonome im Juni 1989 löste sich auch das Norddeutsche Antifatreffen auf.cite-ref-36[36]
Gegen WahlkĂ€mpfe der NPD und der Partei Die Republikaner entstanden kurzzeitig neue lokale Antifagruppen, die sich nach jeder Wahl wieder auflösten. Auf Initiative eines Göttinger AntifabĂŒndnisses demonstrierten im Mai 1988 1.500 Antifaschisten, darunter viele Autonome, gegen ein FAP-Zentrum in Mackenrode. Im September zerbrach das BĂŒndnis: Ein Teil wollte die eigenen radikaleren Positionen nicht aufgeben, der andere Teil wollte die BĂŒndnisarbeit fortsetzen und mit einer kontinuierlichen Adresse öffentlich wahrnehmbar und ansprechbar bleiben. Gegen Ăbergriffe von Neonazis wurde ein antifaschistisches Nottelefon eingerichtet. Bei einem verabredeten Vorgehen der Polizei gegen die Göttinger Antifa kam Conny Wessmann im November 1989 bei einem Autounfall ums Leben. 20.000 Autonome, im Folgejahr nochmals 7.000, demonstrierten danach in Göttingen gegen Neonazis und Polizei.cite-ref-37[37] In 30 deutschen StĂ€dten zerstörten Autonome gezielt Fensterscheiben von WarenhĂ€usern, Geldinstituten und RegierungsgebĂ€uden, die sie als Symbole der kapitalistischen Gesellschaft fĂŒr Wessmanns Tod mitverantwortlich machten.cite-ref-bray54f-38-0[38]
Nach einem Ăberfall von Neonazis auf ein Konzert in der Ostberliner Zionskirche bildeten sich ab 1987 auch in der DDR einige Antifagruppen. In Halle (Saale) bildeten Punks kurzzeitig einen bewaffneten Selbstschutz. Die Antifa Potsdam druckte und verteilte FlugblĂ€tter, um staatliche Stellen zur Auseinandersetzung mit Neonazis zu bringen. Im Januar 1988 versuchte die Gruppe erfolglos, Kontakt zur FDJ und jĂŒdischen Gemeinden aufzunehmen. Nach einem Ăberfall von Neonazis verwĂŒsteten etwa 100 Punks deren Lokal. Im Februar 1989 grĂŒndete sich eine Antifagruppe in der Kirche von Unten (DDR) in Ost-Berlin, um gegen eine geplante Neonazifeier zum Hitlergeburtstag (20. April) zu mobilisieren. Daraus entstand im Mai die Autonome Antifa Berlin (Ost). Sie gab eine Zeitung heraus, die ĂŒber NaziaktivitĂ€ten in der DDR informierte, und veranstaltete einen Antifatag mit 1500 Besuchern. Im Juli trafen sich rund 300 Mitglieder von Antifa-Selbsthilfegruppen in der Erlöserkirche (Potsdam). Im September beteiligten sie sich an der staatlichen Kundgebung fĂŒr die Opfer des Faschismus. Dabei entrissen Stasi-Mitarbeiter ihnen ein Transparent Warnung! Neonazis auch in der DDR. Am 9. November 1989 demonstrierten rund 600 Personen zum Jahrestag der Novemberpogrome 1938 mit der Potsdamer Antifa. Nach der Wende in der DDR lösten sich die Potsdamer und Ostberliner Antifa auf.cite-ref-39[39]
Ebenfalls grĂŒndete sich in Berlin Ende der 1980er Jahre die Antifa Gençlik, die aus Migranten bestand.cite-ref-40[40] Im Folgenden entstanden auch in anderen deutschen StĂ€dten Gruppen.cite-ref-41[41]cite-ref-42[42]
1990er Jahre
1990 verĂ€nderten die Auflösung der Sowjetunion, das Ende des Warschauer Paktes und die Deutsche Wiedervereinigung die politische Gesamtsituation grundlegend. Der deutsche Nationalismus wuchs. Die Zahl registrierter fremdenfeindlicher Straftaten in Deutschland vervielfachte sich von 2426 (1991) auf 6336 (1992). Die TĂ€ter nutzten die Wiedervereinigung fĂŒr neue Angriffe gegen Einwanderer, AuslĂ€nder, Linke, Homosexuelle und andere und ermordeten bis 1994 mindestens 80 Menschen aus rassistischen Motiven. Sofern sie gefasst wurden, erhielten die Mörder meist nur geringe Haftstrafen. Auch PolizeiĂŒbergriffe gegen Einwanderer nahmen zu. Die Republikaner gelangten in Landesparlamente. Nach den pogromartigen auslĂ€nderfeindlichen Ausschreitungen in Hoyerswerda und Rostock-Lichtenhagen und dem Mordanschlag von Mölln schrĂ€nkten CDU/CSU, FDP und SPD das Asylrecht mit dem Asylkompromiss vom 6. Dezember 1992 stark ein. Wegen des Zusammenwirkens von MordanschlĂ€gen, darĂŒber jubelnden Zuschauern, fehlendem Polizeischutz fĂŒr die Bedrohten, Festnahmen von UnterstĂŒtzern und anschlieĂenden GesetzesverschĂ€rfungen fĂŒrchteten die Autonomen einen neuen deutschen Faschismus, gegen den Störversuche bei Nazitreffen nicht ausreichen wĂŒrden. Daraufhin entstanden in den alten und neuen BundeslĂ€ndern viele neue Antifagruppen.cite-ref-43[43]
In Zusammenhang mit geplanten Auftritten des Philosophen Peter Singer, der das Lebensrecht behinderter Menschen, die noch kein Bewusstsein besitzen, in Frage stellt,cite-ref-44[44] schlossen sich Mitglieder politischer Behindertenbewegungen, Atom-Gegner, Kritiker von Gen- und Informationstechnologien, BefĂŒrworter der Hospiz-Idee und vereinzelte Antifa-Initiativen zu einem âAnti-Euthanasie-Forum Ruhrgebietâ zusammen.cite-ref-45[45] Beim 26. Evangelischen Kirchentag 1995 gab ein BĂŒndnis aus autonomen âKrĂŒppel-â Frauenlesben- und Antifa-Gruppenâ ein Flugblatt heraus, das die Diskussion um das Lebensrecht Behinderter als Behindertenfeindlichkeit ablehnte.cite-ref-46[46]
1990 entstand aus dem AntifabĂŒndnis gegen die FAP von 1988 die Göttinger Autonome Antifa (M). Im MĂ€rz trat sie mit einem Aufruf gegen die Einverleibung der DDR hervor. Sie betrieb fĂŒr Autonome atypische professionalisierte Pressearbeit, kĂŒnstlerische Agitpropaktionen, Geschichts- und Jugendarbeit. Ihre Plakate, FlugblĂ€tter und BroschĂŒren gestaltete die Initiative Kunst und Kampf um Bernd Langer. Ihr Hauptmerkmal wurden groĂe BĂŒndnisdemonstrationen gegen Neonazi-Zentren, in die jeweils ein gut ausgerĂŒsteter Schwarzer Block integriert war. Ihr âDiskussionspapier zur Autonomen Organisierungâ stieĂ eine bundesweite Debatte bei den Autonomen an.cite-ref-47[47]
Am 27. September 1991 fand eine Antifa-Demonstration mit rund 5000 Teilnehmern gegen die rassistischen Angriffe auf GeflĂŒchtete in Hoyerswerda statt. Am 23. August 1991 eilten Autonome nach Rostock-Lichtenhagen, um die Vietnamesen zu schĂŒtzen, die unter Beifall von rund 3000 Zuschauern in dem in Brand gesetzten âSonnenblumenhausâ eingeschlossen waren. 60 Autonome nahm die Polizei fest. Am 29. August demonstrierten trotz enormer Polizeikontrollen rund 15.000 Menschen mit der Antifa in Rostock. Nach den Morden von Mölln beteiligten sich neue Antifagruppen an den Lichterketten gegen rassistische AnschlĂ€ge, die seit Dezember 1992 unter dem Motto âBunt statt Braunâ in vielen StĂ€dten ĂŒblich wurden.cite-ref-48[48]
Elf Teilnehmergruppen einer Göttinger Demonstration âgegen Faschismus und Polizeiterrorâ (Silvester 1991/92) grĂŒndeten im Juli 1992 die Antifaschistische Aktion/Bundesweite Organisation (AA/BO), die ihre Publikationen einheitlich mit dem schwarzroten Antifa-Logo auswies. Anders als die frĂŒhere bundesweite Koordination strebte sie feste Gruppenstrukturen mit verantwortlichen Ansprechpartnern, öffentliche Breitenwirkung, Ăffnung fĂŒr Massenmedien, BĂŒndnisse und geregelte ĂŒberregionale Zusammenarbeit an. Eine gemeinsam erarbeitete verbindliche Definition von Antifaschismus sollte den bisherigen vagen Antikapitalismus konkretisieren, blieb aber aus. Ostdeutsche Antifagruppen lehnten antiimperialistische Rhetorik und straffe Organisation meist ab; aus den neuen BundeslĂ€ndern beteiligte sich nur die Gruppe Schwarzer Ast â SĂŒdthĂŒringen, spĂ€ter die Antifa Plauen, an der AA/BO.cite-ref-49[49] 1993 entstand aus der Kritik an der AA/BO das Bundesweite Antifa Treffen (B.A.T.), das vorrangig Recherche, Archivarbeit und Koordination von Aktionen gegen Neonazitreffen betrieb. An ihm nahmen mehr ostdeutsche Gruppen teil, die aus lokalen direkten Konfrontationen mit Neonazis entstanden waren.cite-ref-50[50]
Seit 1988 veranstalteten Neonazis jeden 17. August einen jĂ€hrlichen âRudolf-HeĂ-Gedenkmarschâ und unterliefen seit 1991 auch staatliche Demonstrationsverbote im Landkreis Wunsiedel. Dagegen mobilisierten Antifagruppen bundesweite Proteste. Im Rahmen der AA/BO-Kampagne âGegen die faschistischen Zentren vorgehenâ fanden gröĂere Demonstrationen gegen Neonazitreffpunkte in Adelebsen (20. MĂ€rz 1993), Mainz-Gonsenheim (17. April 1993), Detmold-Pivitsheide (5. Februar 1994) und Northeim (4. Juni 1994) statt. Ab Juli 1994 klagten StaatsanwĂ€lte insgesamt 32 Autonome, vor allem der Göttinger Antifa M, wegen Bildung einer terroristischen Vereinigung und Werbung fĂŒr die RAF an. Anfang August 1994 grĂŒndete sich darum die Antifaschistische Aktion '94, die mit AA/BO und B.A.T. dezentral zusammenarbeitete. Sie verhinderte vielerorts durch weitgehend gewaltfreie Demonstrationen und Blockaden schon die Abfahrt von Neonazis zum HeĂ-Gedenkmarsch. 1996 wurden die Anklagen von 1994 gegen Auflagen fallengelassen. Durch staatliche Verbote von zehn Neonazigruppen (1992â1995) nahm deren öffentliche PrĂ€senz ab, so dass sich auch Antifagruppen vielerorts auflösten. AA/BO und B.A.T verloren laufend Mitglieder, so dass sie sich annĂ€herten und 1997 erstmals gemeinsam zu Demonstrationen gegen den Rudolf-HeĂ-Marsch und gegen ein Nazizentrum in Saalfeld/Saale aufriefen. Letztere Demonstration (11. Oktober) wurde kurzfristig verboten, rund 1200 anreisende Autonome wurden festgenommen. Im gleichen Zeitraum radikalisierte sich die Neonaziszene, bildete gewaltbereite Freie Kameradschaften und eine Anti-Antifa, die autonome Merkmale (Kleidung, Symbole) kopierte. Aus solchen Gruppen entstand 1997 die von Verfassungsschutzagenten durchsetzte und mitfinanzierte Kaderorganisation ThĂŒringer Heimatschutz (THS) und 1998 die Terrororganisation Nationalsozialistischer Untergrund (NSU).cite-ref-51[51]
1996 machten Antifa-Akteure Rechtsextremisten bekannt, die das Thule-Netz aufgebaut hatten, und behinderten deren internen Informationsaustausch.cite-ref-52[52] Das geplante âThule TVâ kam nicht zustande; die Betreiber fĂŒhrten dies unter anderem auf âlinke Antifa-Sabotageâ zurĂŒck.cite-ref-53[53]
Antifagruppen mobilisierten bundesweit gegen eine NPD-GroĂkundgebung am 1. Mai 1998 beim Völkerschlachtdenkmal in Leipzig. Die rund 5000 Rechtsradikalen wurden von einer vielfach gröĂeren Menge erwartet. Weil ein PolizeigroĂaufgebot sie vom Zielort fernhielt, kam es in Leipzig zu StraĂenschlachten mit PolizeikrĂ€ften. Am 12. Mai lieĂen das Bundeskriminalamt und das Landeskriminalamt Bayern im ganzen Bundesgebiet Wohnungen mutmaĂlicher Autonomer durchsuchen, um Belege fĂŒr die Bildung einer terroristischen Vereinigung zu finden. 32 Mitglieder der Antifa Passau wurden angeklagt, die zuvor einige Jahrestreffen der DVU in Passau erfolgreich behindert hatte.cite-ref-54[54]
Die AA/BO fĂŒhrte vom 2. bis 5. Juli 1998 auf Burg Ludwigstein das Camp âOrganisiert den revolutionĂ€ren Widerstandâ durch, um ihren Mitgliedsgruppen neue Impulse zu geben. An der folgenden Kampagne âDen rechten Vormarsch stoppen! Antifa-Offensive '99â beteiligten sich mehr als 40 Antifagruppen bundesweit mit Camps, Konzerten, VortrĂ€gen und anderem. Die Demonstration âFight Fortress Europeâ gegen den EU-Gipfel in Köln am 29. Mai 1999 fand einige tausend, die Kundgebung vor der NPD-GeschĂ€ftsstelle in Stuttgart am 9. Oktober 1999 fand rund 1500 autonome Teilnehmer. Die erhoffte breitere Ăffentlichkeitswirkung blieb jedoch aus. Das B.A.T. löste sich auf.cite-ref-55[55]
Seit 1994 machte ein âAktionsbĂŒndnis fĂŒr Bleiberechtâ in Berlin mit teils spektakulĂ€ren Aktionen auf drohende Abschiebungen von GeflĂŒchteten, inhumane ZustĂ€nde in Sammeleinrichtungen und AbschiebegefĂ€ngnissen aufmerksam. Neue Antifagruppen an Schulen versuchten, Abschiebungen von MitschĂŒlern zu verhindern, unter anderem durch Sitzblockaden an FlughĂ€fen.cite-ref-56[56] 1998 starteten Helfer fĂŒr GeflĂŒchtete die Kampagne kein mensch ist illegal mit jĂ€hrlichen Grenzcamps, an denen sich autonome Antifagruppen beteiligten. Sie veröffentlichten dazu ein Handbuch mit dem Kampagnenmotto (1999) und einen Sammelband ĂŒber Selbstorganisationen und UnterstĂŒtzungsprojekte fĂŒr ohne Papiere in Europa lebende Menschen (2000).cite-ref-57[57]
2000er Jahre
Nach einem Brandanschlag auf die Neue Synagoge (DĂŒsseldorf) im Oktober 2000 rief Bundeskanzler Gerhard Schröder einen âAufstand der AnstĂ€ndigenâ aus, der nicht wie zuvor unspezifisch âGewaltâ, sondern âRechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismusâ zurĂŒckdrĂ€ngen sollte. Viele Jugendprojekte erhielten dafĂŒr einige Jahre lang Gelder von Bund, Land und Kommunen.cite-ref-58[58] Teile der Antifa-Szene beteiligten sich, andere grenzten sich ab: Indem der Staat das Thema vereinnahme und sich als der âbessere Antifaschistâ feiere, enge er den Handlungsspielraum auĂerparlamentarischer Gruppen ein, lautete die Kritik. Der staatliche Antifaschismus ersetze den völkischen Nationalismus nur durch einen international akzeptierten Nationalismus ohne störende Bestandteile.cite-ref-59[59] Die aus der NS-Zeit gefolgerte âdeutsche Verantwortungâ der Berliner Republik rechtfertige den ersten deutschen Kriegseinsatz seit 1945 im Kosovokrieg 1999, wĂ€hrend zugleich aktuellen Kapitalinteressen gemÀà Sozialabbau und Sicherheitsgesetze verschĂ€rft, nĂŒtzliche und unnĂŒtze Zuwanderer rassistisch unterschieden und die lange verzögerte EntschĂ€digung ehemaliger NS-Zwangsarbeiter der Rechtssicherheit fĂŒr deutsche Unternehmen unterworfen wĂŒrden.cite-ref-60[60]
Die AA/BO versuchte, die öffentliche Aufmerksamkeit fĂŒr das Thema zu nutzen, um ihr Konzept bekannter zu machen und andere Antifaschisten zu radikalisieren. Auf einer groĂen Demonstration in Berlin-Köpenick am 7. Oktober 2000 forderte die Antifaschistische Aktion Berlin (AAB) âWeg mit der NPD-Zentrale und dem Abschiebeknastâ, um auch staatlichen Rassismus anzugreifen. Das BĂŒndnis gegen Rechts Leipzig (BgR) beteiligte sich an einem lokalen BĂŒndnis gegen einen Naziaufmarsch zum Antikriegstag (1. September 2000), demonstrierte aber zudem âGegen zivilgesellschaftlichen Militarismus und neue Weltordnung: Deutschland den Krieg erklĂ€ren!âcite-ref-61[61]cite-ref-62[62]
Am 22. April 2001 veranstalteten Autonome Antifa (M), AAB und BgR einen Kongress in Göttingen, zu dem rund 600 Interessierte kamen. Sie grĂŒndeten das Theorieblatt Phase 2 zur SelbstverstĂ€ndigung. Die AA/BO löste sich auf, um die angestrebte bundesweite Neuorganisierung zu ermöglichen. Dazu kam es jedoch nicht, vor allem wegen der sich zuspitzenden ideologischen Konflikte mit den Antideutschen. Diese Strömung war aus der Kampagne Nie wieder Deutschland der Radikalen Linken von 1990 hervorgegangen. Aus SolidaritĂ€t mit Israel befĂŒrworteten sie den Eingriff der USA in den Zweiten Golfkrieg (Januar 1991), Israels MaĂnahmen gegen die Zweite Intifada (September 2000 bis Februar 2005) und den Krieg in Afghanistan seit 2001. Infolge der TerroranschlĂ€ge am 11. September 2001 setzten sie Kritik an Interventionskriegen der USA mit Antiamerikanismus und latentem Antisemitismus gleich und trugen demonstrativ Israel- und US-Flaggen. An den Konflikten darum zerbrachen viele Antifagruppen, darunter 2004 auch die Göttinger Autonome Antifa (M).cite-ref-63[63]
Seit 2002 bekĂ€mpften Antifagruppen verstĂ€rkt das vom Bund der Vertriebenen (BdV) angestoĂene Zentrum gegen Vertreibungen, störten Vorlesungen des Buchs Der Brand von Jörg Friedrich, traten den jĂ€hrlichen Gedenkfeiern der an Massakern der NS-Zeit beteiligten Gebirgstruppe in Mittenwald und den rechtsradikalen TrauermĂ€rschen zu den Jahrestagen der Luftangriffe auf Dresden (13. Februar) entgegen. Sie kritisierten die Gleichstellung der deutschen Vertriebenen und Opfer des Bombenkriegs mit den Opfern der NS-Verbrechen als Relativierung des Holocaustcite-ref-64[64] und als TĂ€ter-Opfer-Umkehr. Sie verwiesen dazu auf die begeisterte Rezeption von Friedrichs Buch in der Neonaziszene und auf geschichtsrevisionistische Umdeutungsversuche der NS-Zeit in der neurechten Zeitschrift Junge Freiheit.cite-ref-65[65]
Nach einem gezielten Hacker-Angriff auf die Website des rechtsextremen Netzwerks Blood and Honour Ende August 2008 veröffentlichten Antifa-Aktive die so bezogenen Daten.cite-ref-66[66]
Seit 2010
Am 13. Februar 2010 vereitelten das BĂŒndnis Dresden Nazifrei und das bundesweite No pasarĂĄn BlockadebĂŒndnis unabhĂ€ngiger Antifagruppen erstmals gemeinsam den jĂ€hrlichen Aufmarsch tausender Neonazis in Dresden. Mehr als 12.000 Gegner behinderten deren Anreise mit Bahntrassenblockaden und blockierten die Marschroute mit Sitzblockaden, Barrikaden und Menschenketten. Diese Aktionen wurden trotz gerichtlicher Verbote durchgefĂŒhrt und zwangen die Polizei, die Neonazis zur Heimreise zu veranlassen. Damit verlor deren Marsch seine AttraktivitĂ€t: 2011 kamen nur noch rund 500 Neonazis nach Dresden.cite-ref-67[67]
2013 veröffentlichte eine Hamburger Antifagruppe Namen, Fotografien, Kontaktadressen, Treffpunkte und AktivitĂ€ten von Mitgliedern der Weisse Wölfe Terrorcrew im Internet.cite-ref-68[68] Diese stellte ihre AktivitĂ€ten daraufhin weitgehend ein. Am 17. Oktober 2015 veröffentlichte die Antifa Bonn/Rhein-Sieg Fotografien von rechtsradikalen Demonstrationen. Sie zeigten Frank Steffen, der die Kölner OberbĂŒrgermeisterin Henriette Reker am selben Tag mit einem Messer zu erstechen versucht und schwer verletzt hatte. Die Polizei, die bis dahin eine psychische Erkrankung vermutet hatte, erkannte daraufhin politische Tatmotive an.cite-ref-thelen-69-0[69]
Ohne Dachorganisation existierten 2011 in Deutschland mehr als 100 lokale und regionale Gruppen und Initiativen, die sich namentlich in die Tradition der historischen Antifagruppen stellen, einen gesamtgesellschaftlichen Rassismus zum Hauptthema ihrer Aktionen machen, sich mit der aktuellen Rechtsentwicklung befassen, Erinnerungsarbeit leisten, NS-Geschichte aufarbeiten und weitervermitteln.cite-ref-70[70] Einige Antifa-Gruppierungen wurden durch das Bundesprogramm Demokratie leben gefördert.cite-ref-71[71] Nach dem Anschlag von Hanau bildeten sich in mehreren StÀdten Migrantifa-Gruppen.cite-ref-72[72]
In den 2010er und 2020er Jahren fanden wiederholt gewalttĂ€tige Angriffe vermummter Mitglieder der Antifa auf echte oder vermeintliche Neonazis oder auf Teilnehmer von Coronademonstrationen statt. Beispiele hierfĂŒr sind etwa die der Gruppe um Lina E. zur Last gelegten Körperverletzungen, die zum Teil mit EisenhĂ€mmern begangen wurden, oder der Ăberfall auf drei Teilnehmer einer âMahnwache fĂŒr das Grundgesetzâ am 20. Mai 2020 in Stuttgart. Eines der Opfer lag anschlieĂend mehrere Wochen im Koma. In einem Bekennerschreiben mit dem Titel âZum antifaschistischen Angriff am 16. Mai in Stuttgart / Zur Frage antifaschistischer Gewaltâ wurde der Ăberfall folgendermaĂen gerechtfertigt:
âWir treiben den gesundheitlichen, organisatorischen und materiellen Preis dafĂŒr in die Höhe. Sie sollen mit Schmerzen, Stress und Sachschaden rechnen und dadurch möglichst isoliert, gehemmt, desorganisiert und abgeschreckt werden.âcite-ref-73[73]
Ăffentlicher Diskurs
Das öffentliche Bild der Antifa ist gekennzeichnet durch ihre Militanz. Der CDU-GeneralsekretĂ€r Paul Ziemiak etwa reagierte auf einen antifafreundlichen Tweet der SPD-Vorsitzenden Saskia Esken, er sei âgegen Faschismus & fĂŒr Demokratie und Menschenrechteâ. Er sieht das aber mit einem gewaltlosen Ansatz verbunden â das stehe im Gegensatz zur Antifa. Der Soziologe Nils Schuhmacher betont demgegenĂŒber die Vielfalt innerhalb der Antifa, die keine einheitliche Bewegung sei.cite-ref-74[74] Das Spektrum der Aktionen reicht von gewaltfreiem Handeln ĂŒber zivilen Ungehorsam, Sitzblockaden und Gewalt gegen Sachen bis hin zu situationsbedingter Selbstverteidigung gegen körperliche Angriffe. Gezielte Angriffe auf Leib und Leben von Neonazis oder Vertreter von Staat und Wirtschaft werden laut Horst Schöppner meist abgelehnt.cite-ref-75[75] Laut dem Politikwissenschaftler Lazaros Miliopoulos ist Gewaltanwendung innerhalb der Antifa oft skrupelbehaftet; sie erfolge oft deutlich reflektierter und mit mehr theoretischen LegitimationsbemĂŒhungen als bei anderen extremistischen Strömungen. Dies trage dazu bei, dass die Antifa anschlussfĂ€hig bis in die Mitte der Gesellschaft sei. In lĂ€ndlichen Umgebungen, wo gewalttĂ€tige rechtsextreme Szenen vorherrschten, sei die Militanz der Antifa oft reaktiver Natur.cite-ref-76[76]
Nach Uwe Backes suchen Mitglieder der Antifa dagegen aktiv die gewaltsame Auseinandersetzung mit Neonazis und Skinheads.cite-ref-77[77] Laut der Darstellung des Bundesamts fĂŒr Verfassungsschutz (BfV) zielt die Gewalt der Antifa nicht nur auf die jeweiligen Opfer, sondern auf eine breite gesellschaftliche Wirkung: Es gelte, unter als rechts identifizierten Menschen ein âKlima der Angstâ zu erzeugen. Zu diesem Zweck solle der Gegner mit allen Mitteln aus der Ăffentlichkeit gedrĂ€ngt und davon abgehalten werden, seine Meinungen zu bekunden. Zu diesem Zweck wĂŒrden Personen, die zum Teil weniger dem Rechtsextremismus als der Querdenker-Szene zugehören, zusammengeschlagen oder auf Plakaten, Flyern bzw. einschlĂ€gigen Websites als vermeintliche Faschisten dargestellt.cite-ref-78[78] Laut dem Politikwissenschaftler Armin Pfahl-Traughber ist es problematisch, dass sich linksextremistische Antifa-Gruppen an Demonstrationen gegen Neonazi-AufmĂ€rsche beteiligen: Nicht nur, dass sie dabei immer wieder Gewalt anwenden, sie lehnen die Normen und Regeln eines demokratischen Verfassungsstaates ab, da sie ihn entsprechend der marxistisch-leninistischen Faschismustheorie genau wie den Faschismus als âAusdruck des Kapitalismusâ ansehen.cite-ref-79[79] Der amerikanische Politikwissenschaftler George Michael sieht in der Bereitschaft der Antifa, Gewalt gegen ihre Gegner einzusetzen, das entscheidende Merkmal, das sie von anderen linken Bewegungen unterscheide.cite-ref-80[80]
Im Rahmen einer Ausarbeitung zur Frage, ob die Antifa eine kriminelle oder terroristische Vereinigung im Sinne der § 129 bzw. § 129a StGB darstellen könne, definierte der Wissenschaftliche Dienst des Bundestags den Begriff Antifa 2018 als âOberbegriff fĂŒr verschiedene, im Regelfall eher locker strukturierte, ephemere autonome Strömungen der linken bis linksextremen Szeneâ. Er stellte dar, dass aufgrund des Fehlens klarer organisatorischer Strukturen, eine Bewertung, ob es sich hierbei um terroristische Vereinigungen handelt, durch die Strafverfolgungsbehörden, nach aktuellem Stand, nur im Einzelfall erfolgen könne.cite-ref-bundestag2-81-0[81]
Im Jahr 2018 schrieb die von den Linken zur SPD ĂŒbergetretene Angela Marquardt im VorwĂ€rts: âIm Kampf gegen rechts braucht die SPD auch die Antifaâ.cite-ref-82[82]
Der Förderkreis Oscar-Romero-Haus verlieh 2019 der Antifa Bonn/Rhein-Sieg einen âBonner Oscar-Romero-Preis fĂŒr den Einsatz mit Ausgegrenzten und Entrechteten unserer Gesellschaft fĂŒr eine gerechte, solidarische und in Ăbereinstimmung mit der Schöpfung lebende Weltâ. Pfarrer Detlev Besier hielt die Laudatio.cite-ref-83[83]
Die AfD-Fraktion im Deutschen Bundestag stellte im September 2019 einen Antrag mit dem Titel Antiextremistischer Grundkonsens in Politik und Gesellschaft â Rechtsstaat und Demokratie schĂŒtzen â Antifa Ă€chten.cite-ref-84[84] Bei einer Rede zu diesem Antrag trug die Linke-Abgeordnete Martina Renner einen Antifa-Sticker am Revers. DafĂŒr erteilte ihr BundestagsvizeprĂ€sident Wolfgang Kubicki (FDP) einen Ordnungsruf.cite-ref-85[85] Nach einer Beschlussempfehlung des Innenausschussescite-ref-86[86] wurde der Antrag schlieĂlich in namentlicher Abstimmung mit 85 zu 554 Stimmen abgelehnt.cite-ref-bt-190620-87-0[87] Am 17. Juni 2020 stellte die AfD-Fraktion im Bundestag einen Antrag zum bundesweiten Verbot der âAntifaâ,cite-ref-88[88] der zur PrĂŒfung an den Ausschuss fĂŒr Inneres und Heimat ĂŒberwiesen wurde.cite-ref-bt-190620-87-1[87]
Der ARD-Faktenfinder Patrick Gensing schrieb in Zusammenhang mit den Protesten infolge des Todes von George Floyd in den USA ĂŒber eine Verschwörungstheorie, der zufolge die Antifa zentral organisiert sei und, von George Soros ĂŒppig finanziert, die Weltherrschaft anstrebe: âTatsĂ€chlich gibt es nicht âdie Antifaâ; der Begriff steht fĂŒr Antifaschismus oder Antifaschistische Aktion. Als AbkĂŒrzung wird oft AFA oder der Zahlencode 161 benutzt.â Gensing bezog sich auf den Verfassungsschutz und schrieb, dass es sich um keine âfeste Organisation, sondern um ein Aktionsfeld, Ă€hnlich wie Antirassismus, Antiglobalisierung oder Antigentrifizierungâ handeln wĂŒrde. Er fĂŒgte unter Berufung auf den wissenschaftlichen Dienst des Bundestags hinzu: Es seien bislang âweder im In- noch im Ausland einzelne Antifa-Gruppierungen als kriminelle oder terroristische Vereinigungen eingestuft worden. Ohnehin gebe es nicht âdie Antifaâ im Sinne einer einheitlichen Organisation, sondern eine entsprechende, nicht scharf umrissene Szene. Insbesondere könne kein âeinheitliches Handeln oder ein in sich geschlossenes, politisch-ideologisch geschlossenes Konzeptâ unterstellt werden.âcite-ref-89[89]
Die SPD-Vorsitzende Saskia Esken bekannte sich im Juni 2020 zur Antifa, indem sie unter Nennung ihres Alters twitterte: â58 und Antifa. SelbstverstĂ€ndlich.â Das trug ihr Kritik ein, u. a. von CDU-GeneralsekretĂ€r Paul Ziemiak: âGegen Faschismus und fĂŒr Demokratie und Menschenrechte. Ohne Gewalt. FĂŒr mich selbstverstĂ€ndlich. FĂŒr die Antifa nicht. Traurig, dass der Vorsitzenden [der] SPD die Kraft zur Differenzierung fehlt.âcite-ref-90[90] Der Historiker Jan C. Behrends ordnete die Antifa in einem Blogeintrag im Juni 2020 der âGiftkĂŒche des Stalinismusâ zu. âAntifaschismus war ein Kernbegriff im globalen BĂŒrgerkrieg der dreiĂiger Jahre.âcite-ref-91[91] Der Journalist Deniz YĂŒcel verteidigte mit einem Artikel in der Zeitung Die Welt die Antifa als Teil der Zivilgesellschaft,cite-ref-92[92] was Henryk M. Broder in der gleichen Zeitung entschieden zurĂŒckwies.cite-ref-93[93]
Anna Schneider und Lucien Scherrer deuteten das âAntifaâ-Label in der Neuen ZĂŒrcher Zeitung als âVersuch, Gewalt zu legitimierenâ. GrĂŒne und Linke wĂŒrden das Problem der linken Gewalt, die von Antifa-Gruppierungen ausginge, verharmlosen. Laut dem Schweizer Journalisten und GrĂŒnen-Politiker Hans Stutz erfĂŒllen antifaschistische Gruppierungen aber zum Teil auch wichtige AufklĂ€rungs- und PrĂ€ventionsarbeit und zeigten PrĂ€senz bei AufmĂ€rschen von Rechtsextremisten, gerade im lĂ€ndlichen Raum.cite-ref-94[94] Der Antifa wird von Bettina Röhl vorgeworfen, feige zu sein, âihre Gesichter zu vermummen und ihre Namen geheim zu halten. Was sich oft Antifa nennt, droht ununterbrochen mit Gewalt und AnschlĂ€gen etwa gegen Politiker oder Polizisten, sie steht fĂŒr sinnlose SachbeschĂ€digungen in enormer Höhe.âcite-ref-95[95]
Bewertung durch den Verfassungsschutz
Das Bundesamt fĂŒr Verfassungsschutz (BfV) betrachtet autonome Antifagruppen in Zweck und Ausrichtung ihrer Aktionen nicht als homogen und betrachtet sie gerade vor dem Hintergrund verfassungsschutzrelevanter BemĂŒhungen differenziert.cite-ref-96[96] Im linksextremistischen Kontext bringt sie die Antifa unter dem gemeinsamen Oberbegriff des Extremismus in Zusammenhang mit Rechtsextremisten. WĂ€hrend es rechtsextreme Gewalttaten meist EinzeltĂ€tern, nicht gröĂeren Netzwerken zuordnete, verortete es Gewalttaten bei Antifa-Aktionen oft in autonomen Gruppen und kriminellen Vereinigungen.cite-ref-97[97]
Das BfV erwĂ€hnte 1981 erstmals âautonomeâ Gruppen und widmete ihnen ab 1983 eigene Kapitel seiner Jahresberichte.cite-ref-98[98] Erst ab 1986 erwĂ€hnten Verfassungsschutzberichte Antifagruppen. Sie stellten deren Aktionen als terroristische Gewalt oder gefĂ€hrliche Aufwertung und Provokation von Neonazis, deren BrandanschlĂ€ge auf (andere) politische Gegner als Reaktion darauf dar. Sie erwĂ€hnten jahrelang keine gewaltfreien AufklĂ€rungs- und Störaktionen von Antifa-Netzen gegen verfassungsfeindliche Rechtsextreme, setzten Antifagruppen mit gewaltbereiten Autonomen gleich und sahen Antifakampagnen fast nur als Rechtfertigung fĂŒr Gewalt und âKlammerâ fĂŒr linksextreme AktivitĂ€ten gegen den Staat.cite-ref-99[99]
Wie der Verfassungsschutz kritisieren die deutschen politischen Parteien und Gewerkschaften, dass Teile der Antifa das Gewaltmonopol des Staates nicht anerkennen. Uwe Backes (Vertreter der Extremismustheorie) ordnet die Antifa als âharten Kernâ des militanten linken Spektrums ein und sieht in der Auseinandersetzung von Antifa und Anti-Antifa einen Hauptgrund zunehmender Gewalt.cite-ref-100[100]
Infolge der starken Zunahme nazistischer Gewalttaten in den 1990er Jahren kam es 1996 zu einer Zusammenarbeit von Politikwissenschaftler Wolfgang Gessenharter und Aktiven des APABIZ, der Zeitschriften Der Rechte Rand und des Antifa-Infoblatts. Daraus entstand das gemeinsam verfasste Handbuch deutscher Rechtsextremismus. Im Mai 1997 fand erstmals ein dreitĂ€giges Treffen von rund 70 Antifa-Aktiven mit Verfassungsschutzvertretern statt. Andere Antifagruppen kritisierten, dass der Begriff âFaschismusâ auf der Tagung vermieden, der Begriff âExtremismusâ kaum problematisiert worden war. Die Kritiker verwiesen spĂ€ter auch auf die reprĂ€sentative Heitmeyer-Studie ĂŒber Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit (2002â2011), wonach erhebliche Bevölkerungsanteile antisemitische, auslĂ€nderfeindliche, rassistische und gewaltbereite Einstellungen zeigten.cite-ref-101[101]
Laut einer Auswertung von Berichten der Bundes- und LandesĂ€mtern fĂŒr Verfassungsschutz durch Die Welt im Juni 2020 wurden mindestens 47 Antifa-Gruppen vom Verfassungsschutz beobachtet und als âextremistischâ eingestuft. Diese Liste sei jedoch ânicht abschlieĂend, weil der Verfassungsschutz betont, dass generell nicht alle beobachteten Gruppen in seinen Berichten genannt werden mĂŒssen. Zum anderen gibt es neben diesen 47 als extremistisch eingestuften Antifa-Gruppen auch GrenzfĂ€lle, die vorrangig einem anderen linksextremistischen Zusammenschluss angehören, der ebenfalls im Visier der VerfassungsschĂŒtzer steht â wie etwa die Antifaschistische Linke Freiburg (ALFR/IL)â.cite-ref-102[102]
USA
In den USA ist Antifaschismus integraler Bestandteil der politischen Richtungen und Organisationen, die dem Antirassismus verpflichtet sind und die Ideologie der White Supremacy und damit verknĂŒpfte Formen von Hass, Diskriminierung und Bedrohung von Minderheiten bekĂ€mpfen. 1987 grĂŒndeten linksgerichtete Skinheads in Minneapolis nach dem Vorbild europĂ€ischer autonomer Antifagruppen das Antiracist Action Network. Wegen seines offenen Minimalkonsenses fand sich darunter rasch eine Vielzahl anarchistischer, marxistischer und subkultureller Gruppen der Punk- und Skinheadszene zusammen, um gemeinsam gegen Neonazigruppen zu mobilisieren, deren Kundgebungen zu stören und möglichst zu verhindern.cite-ref-103[103]
Die wohl erste Gruppe in den USA, die âAntifaâ im Namen fĂŒhrte, war die 2007 in Portland (Oregon) gegrĂŒndete Rose City Antifa. In ihr vereinten sich Antirassisten, Anarchisten und Globalisierungsgegner, die aus den Protesten gegen die WTO-Konferenz in Seattle 1999 hervorgegangen waren. In der Amtszeit von US-PrĂ€sident Barack Obama (2009â2017) und besonders seit der Kandidatur seines Nachfolgers Donald Trump gewannen faschistische ebenso wie Antifagruppen in den USA erheblich an Zulauf. Im Januar 2017 versuchten studentische Gruppen UniversitĂ€tsauftritte des damaligen Breitbart-Herausgebers Milo Yiannopoulos zu verhindern. US-amerikanische Medien subsumierten sie unter dem Label âAntifaâ und prĂ€gten damit ein kritisches Bild solcher Gruppen. Am 12. August 2017 schĂŒtzten Antifagruppen eine friedliche Gebetsversammlung von Religionsvertretern in Charlottesville gegen massive Angriffe der Alt-Right. Am Nachmittag ermordete ein Neonazi die Antifaaktivistin Heather Heyer mit einem Pkw. US-PrĂ€sident Trump sah auch bei den Faschisten âsehr feine Leuteâ und begann eine anhaltende Kampagne gegen âdie Antifaâ, zu der er alle Protestierenden gegen seine öffentlichen Auftritte zĂ€hlte.cite-ref-104[104]
Seit dem 25. Mai 2020, als vier weiĂe Polizeibeamte in Minneapolis den Schwarzen George Floyd töteten, kam es dort zu Unruhen und anhaltenden Protesten der Bewegung Black Lives Matter. Am 31. Mai 2020 behauptete US-PrĂ€sident Trump auf Twitter, âdie Antifaâ sei schuld an âder Gewalt und dem Vandalismusâ bei den Protesten. Er werde diesen âlinksradikalen Kriminellenâ nicht erlauben, âunsere Gemeinden in Brand zu steckenâ, sondern sie als terroristische Vereinigung einstufen lassen. Der von Trump eingesetzte US-Justizminister William Barr folgte diesem Urteil. Beide legten keine Beweise fĂŒr die angebliche Urheberschaft von Antifagruppen an Ausschreitungen vor.cite-ref-105[105] Szenekenner verwiesen darauf, dass nach geltender Rechtslage nur auslĂ€ndische Gruppen als Terrorvereinigung eingestuft werden konnten. Die bisher als GewalttĂ€ter Festgenommenen gehörten jedoch nach Polizeiberichten weder zu Antifagruppen noch waren sie auswĂ€rtige Anstifter oder ĂŒberhaupt organisiert, sondern zu mehr als 85 Prozent Bewohner des jeweiligen Ortes. Zugleich wurden in mehreren StĂ€dten Polizisten als Gewaltanstifter bei den Protesten bekannt. Die von Trumps Regierung bewusst geschĂŒrte âHysterieâ einer nationalen âAntifaâ-Gefahr veranlasste einige rechtsradikale Vigilanten und Milizen, auf der Suche nach Linken, die sie erschieĂen könnten, bewaffnet in KleinstĂ€dten zu erscheinen. Das WeiĂe Haus benutzte einige Ausschreitungen im Anschluss an Proteste von Black Lives Matter, um gegen den erklĂ€rten Willen der Gouverneure und BĂŒrgermeister paramilitĂ€rische Truppen in einige StĂ€dte zu entsenden. Diese entfĂŒhrten einige Demonstranten in Wagen ohne Kennzeichen. Dieses aus Diktaturen bekannte faschistische Ritual habe die Spannungen noch mehr erhöht. Drei Wochen spĂ€ter erschoss der selbsternannte Antifaaktivist Michael Reinoehl den rechtsextremen MilizionĂ€r Aaron Danielson auf der StraĂe. Beide waren auf Konfrontation aus. FĂŒnf Tage danach tötete die Polizei Reinoehl bei dessen Festnahme, obwohl er nach Zeugenaussagen keinen Widerstand leistete; andere gaben an, er habe nach einer Waffe gegriffen.cite-ref-106[106] Das FBI untersuchte die ZusammenhĂ€nge und fand keine Hinweise auf Antifa-Beteiligung an der Gewalt um den 31. Mai.cite-ref-thenatio-the-fbi-107-0[107] Entgegen hunderten Morden aus organisierten Gruppen weiĂer Rassisten war bis dahin in den USA keine einzige Tötung bekannt, der mit der Antifa in Verbindung steht.cite-ref-108[108] Im November 2022 wurde bekannt, dass die Konstruktion einer tatsĂ€chlich nicht existenten terroristischen Bedrohung durch Antifa, anarchistische Gruppen und Black Lives Matter auf die Homeland Security zurĂŒckgeht. Das Ministerium unter Chad Wolf wollte damit Donald Trump im Wahlkampf um die PrĂ€sidentschaft unterstĂŒtzen.cite-ref-109[109]
Im Jahr 2021 wurde eine Seite des Ku-Klux-Klans von einer israelischen Antifagruppe gehackt und Daten ĂŒber Mitglieder der Gruppe Patriotic Brigade Knights veröffentlicht.cite-ref-110[110]cite-ref-111[111]
Nach dem Mord an Charlie Kirk kĂŒndigte PrĂ€sident Donald Trump im September 2025 an, er werde die Antifa als terrorististische Organisation einstufen und grĂŒndlich untersuchen lassen, wer sie finanziert.cite-ref-112[112] Am 23. September 2025 stufte er die Antifa per PrĂ€sidialdekret als âinlĂ€ndische terroristische Organisationâ ein obwohl verschiedene Experten die VerfassungsmĂ€Ăigkeit und Durchsetzbarkeit der MaĂnahme in Frage stellten.cite-ref-113[113]cite-ref-114[114] Dieser Schritt ermöglicht es, gegen Menschen, die der Antifa zugerechnet werden, nach dem Racketeer Influenced and Corrupt Organizations Act vorzugehen, das 1970 verabschiedet wurde, um die Amerikanische Cosa Nostra zu bekĂ€mpfen.cite-ref-115[115]
Ungarn
Ungarns rechtspopulistischer MinisterprĂ€sident Viktor OrbĂĄn stufte im September 2025 Teile der Antifa als Terrororganisation ein. ZunĂ€chst betraf dies eine nicht nĂ€her bezeichnete âAntifa-Gruppierungâ sowie eine in Deutschland als âHammerbandeâ bekannte linksextreme Gruppe. Die ungarische Bundesanwaltschaft legt Mitgliedern dieser Gruppe zur Last, an Angriffen auf tatsĂ€chliche und vermeintliche Rechtsextremisten in Budapest im Februar 2023 beteiligt gewesen zu sein (siehe Budapest-Komplex). Den Betroffenen, welche auf der Liste gefĂŒhrt werden, drohen Sanktionen wie das Einfrieren von Geldern und wirtschaftlichen Ressourcen, das Verbot oder die EinschrĂ€nkung von Finanztransaktionen sowie Abschiebung und Einreiseverbote. Orban folgt mit seinem Vorgehen bewusst dem Vorbild seines politischen Freundes Donald Trump: âAuch in Ungarn ist es an der Zeit, dass wir Organisationen wie die Antifa nach amerikanischem Vorbild als terroristische Vereinigungen einstufen.âcite-ref-116[116]
Musikalische Rezeption
⹠böhse onkelz: Ohne mich (1998)
âą Los Fastidios: Antifa Hooligans (2004),cite-ref-117[117] gleichnamiges Cover von The Oppressed (2011)cite-ref-118[118]cite-ref-119[119]
âą Team Scheisse: Fa (2023)
⹠Irie Révoltés: Antifaschist (2010)cite-ref-125[125]
Siehe auch
Literatur
Deutschland
âą Richard Rohrmoser: Antifa. Portrait einer linksradikalen Bewegung. Beck, MĂŒnchen 2022, ISBN 978-3-406-76097-6.
âą Christin JĂ€nicke, Benjamin Paul-Siewert (Hrsg.): 30 Jahre Antifa in Ostdeutschland. Perspektiven auf eine eigenstĂ€ndige Bewegung. (2017), 5., korr. und erweiterte Auflage, MĂŒnster 2022, ISBN 978-3-89691-102-5.
âą Nils Schuhmacher: âNicht nichts machenâ? Selbstdarstellungen politischen Handelns in der Autonomen Antifa, Salon Alter Hammer, Duisburg 2014, ISBN 978-3-940349-08-8.
âą Kollektiv Schulschluss (Hrsg.): Tipps und Tricks fĂŒr Antifas und Antiras. (1999) Erweiterte Neuauflage, Unrast, MĂŒnster 2017, ISBN 3-89771-220-2.
âą Bernd Langer: Antifaschistische Aktion. Geschichte einer linksradikalen Bewegung. 2. Auflage, Unrast, MĂŒnster 2015, ISBN 978-3-89771-574-5.
âą Horst Schöppner: Antifa heiĂt Angriff: Militanter Antifaschismus in den 80er Jahren. Unrast, MĂŒnster 2015, ISBN 3-89771-823-5.
âą Herausgeber_innenkollektiv: Fantifa. Feministische Perspektiven antifaschistischer Politiken. Edition Assemblage, 2013, ISBN 978-3-942885-30-0.
⹠Mirja Keller, Lena Kögler, Moritz Krawinkel, Jan Schlemermeyer: Antifa, Geschichte und Organisierung. 2. aktualisierte Auflage, Schmetterling, Stuttgart 2013, ISBN 3-89657-678-X.
âą Jens Mecklenburg (Hrsg.): Was tun gegen rechts. Espresso-Verlag 2002, ISBN 3-88520-749-4.
âą Jens Mecklenburg: Antifa Reader. Elefanten Press, 2001, ISBN 3-88520-574-2.
âą Matthias Mletzko: Gewaltdiskurse und Gewalthandeln militanter Szenen â Unterschiede am Beispiel âAntifaâ und âAnti-Antifaâ. In: Kriminalistik, Nr. 8/9 2001, S. 543â548, Nr. 10 / 2001, S. 639â644.
âą Jens Mecklenburg (Hrsg.): Handbuch deutscher Rechtsextremismus. Edition Antifa, Elefanten Press, 1996, ISBN 3-88520-585-8.
âą Antifaschistische Aktion Berlin (Hrsg.): Das Konzept Antifa â Grundsatztexte und Konkretes. InformationsbroschĂŒre der Antifaschistischen Aktion Berlin 1995-98. Berlin 1998
âą Franz Josef Krafeld: Antifa und ihr Kampf gegen Rechtsextremismus. Gedanken zu einer umstrittenen Rolle. In: Konrad Schacht, Thomas Leif, Hannelore Janssen (Hrsg.): Hilflos gegen Rechtsextremismus? Ursachen, Handlungsfelder, Projekterfahrungen. Bund Verlag, Köln 1995, ISBN 3-7663-2572-8, S. 383â398.
GroĂbritannien
âą Steve Tilzey: Antifa in England, Band 1. Bahoe Books, Wien 2014, ISBN 978-3-903022-10-2.
âą Dave Hann: Antifa in England, Band 2. bahoe books, Wien 2014, ISBN 978-3-903022-00-3.
âą Martin Lux: Antifa in London, Band 3. bahoe books, Wien 2016, ISBN 978-3-903022-28-7.
USA
âą Stanislav Vysotsky: American Antifa: The Tactics, Culture, and Practice of Militant Antifascism. Routledge, London 2020, ISBN 0-367-21060-6.
âą Eamon Doyle (Hrsg.): Antifa and the Radical Left. Greenhaven, New York 2019, ISBN 978-1-5345-0384-7.
âą Mark Bray: Antifa. The Antifascist Handbook. Melville House, London 2017, ISBN 978-1-61219-703-6.
âą Matthew Knouff: An Outsider's Guide to Antifa, Volume I: History of Fascism & Anti-Fascism, Defining Fascism, & Psychological Underpinnings. 2. Auflage, Conscious Cluckery, 2017, ISBN 978-1-365-98878-3.
âą Matthew Knouf: An Outsider's Guide to Antifa, Volume II: Politics, Philosophy, Activism & Recent History. Conscious Cluckery, 2018, ISBN 978-1-387-38852-3.
Film
âą Antifa. Schulter an Schulter, wo der Staat versagte. Regie: Marco Heinig, Steffen Maurer. Leftvision 2024, 93 Minuten.cite-ref-126[126]
Weblinks
Commons
: Antifaschistischer Widerstand
â Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Audio
âą Philipp Schnee: Mythos Antifa: Zwischen gesellschaftlichem Engagement und linksextremer Gewalt. Deutschlandfunk, Hintergrund 10. November 2019 (MP3)
Video
⹠KurzportrÀt in der Kulturzeit vom 2. Mai 2022, bis 10. Mai 2022 online, 8 Minuten
Antifa-Seiten
âą Infoseite der Antifa-Berlin
âą Antifaschistisches Pressearchiv und Bildungszentrum Berlin Apabiz
âą Antifaschistisches Textarchiv. Texte und Informationen einer sich wandelnden Bewegung.
⹠Autonome Antifa (M): Die Geschichte der historischen antifaschistischen Aktion. Göttingen 1995
âą Projektgruppe (Hrsg.): Antifa. Diskussionen und Tipps aus der antifaschistischen Praxis. ID-Verlag, Berlin 1994 (PDF; 546 kB).
Verfassungsschutz
âą Bundesamt fĂŒr Verfassungsschutz 2018: Aktionsfeld âAntifaschismusâ.
ErklÀrungsversuche
⹠Wie ein SPD-Abgeordneter der AfD erklÀrt, was die Antifa ist, VorwÀrts, 19. Juni 2020
âą Antifaschisten in Deutschland: Warum es âdieâ Antifa nicht gibt, Radio Bayern 2, 17. September 2020
Einzelnachweise
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cite-note-5858. â Britta Schellenberg: Die Rechtsextremismus-Debatte: Charakteristika, Konflikte und ihre Folgen. Springer, Wiesbaden 2014, ISBN 978-3-658-04177-9, S. 135 und Fn. 526
cite-note-5959. â Grauwacke A.G.: Autonome in Bewegung: aus den ersten 23 Jahren. Assoziation A, 2003, ISBN 3-935936-13-3, S. 308; Freerk Huisken: Nichts als Nationalismus, Band 2. VSA-Verlag, 2001, ISBN 3-87975-805-0, S. 162; Konkret, Ausgaben 1-12. Neuer Konkret Verlag, 2005, ISBN 3-8267-5497-2, S. 27.
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cite-note-6161. â Mirja Keller et al.: Antifa, Stuttgart 2013, S. 124f.
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cite-note-6363. â Bernd Langer: Antifaschistische Aktion, MĂŒnster 2015, S. 240â242.
cite-note-6464. â Mirja Keller et al.: Antifa, Stuttgart 2013, S. 128.
cite-note-6565. â Ralf Steckert: Begeisterndes Leid. Zur medialen Inszenierung des âBrandsâ und seiner Geschichtspolitischen Wirkung im Vorfeld des 2. Irakkriegs. ibidem, 2008, ISBN 3-89821-910-0, S. 79, Fn. 196; Arbeitskreis Geschichtspolitische Interventionen (Berlin): Jenseits von Steinbach: zur Kontroverse um ein Vertreibungszentrum im Kontext des deutschen Opferdiskurses. AGI, 2010
cite-note-6666. â Hackerattacke: Verfassungsschutz interessiert sich fĂŒr Neonazi-Daten. Spiegel Online, 30. August 2008
cite-note-6767. â Mark Bray: Antifa, London 2017, S. 82f.
cite-note-6868. â Autonome Pressegruppe: Den Weissen Wölfen Terror machen! Riseup.net, 2013
cite-note-thelen-6969. â Raphael Thelen: Die Nazi-JĂ€ger. Spiegel 3/2017; Jörg Diehl: Attentat auf Kölns OB-Kandidatin: Messerstecher hat rechtsextreme Vergangenheit. Spiegel, 17. Oktober 2015
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